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Das Colosseum in Rom

Dum colesseum stabit, Roma stabit - dum Roma stabit, mundus stabit. So der angelsächsische Benediktiner Mönch Beda Venerabilis im 8. Jahrhundert. Bis heute hat er Recht behalten.

'Solange das Colosseum steht, wird Rom stehen - solange Rom steht, wird die Welt bestehen' zeigt ganz gut welchen Eindruck das große Amphitheater Colosseum in Rom auf die Menschen gemacht hat und auch heute noch macht. Erst vor kurzem wurde das Colosseum erneut als eines der sieben neuen Weltwunder gewählt.

Der Baubeginn des Colosseums, früher Amphitheatrum Flavium genannt, begann im Jahr 72 v. Chr. Es wurde bereits 79 n. Chr. fertiggestellt. Bauherr war Kaiser Vespasian, doch durch ihn wurde das derzeit erste geschlossene Amphitheater nicht eingeweiht. Er starb kurz vor Beendigung der Bauarbeiten. Titus, sein Sohn und Nachfolger, weihte stattdessen das Colosseum ein. Nicht nur das, er ließ das Colosseum noch um ein weiteres Geschoss erweitern. Somit wurde das Amphitheater viergeschossig. Die Einweihung erfolgte im Jahr 80 n. Chr. durch Titus und die Feierlichkeiten dauerten 100 Tage lang. In dieser Zeit sollen über 5.000 Tiere zur 'Belustigung' der Besucher getötet worden sein.

Seinen Namen erhielt das Colosseum später von der übergroßen Statue von Nero (Kolossal des Nero), die auf der Piazza Colosseum stand.

Das Flavische Amphitheater - Colosseum

Das oval gebaute Colosseum mit seinen Arkaden weist eine Grundfläche von 156 m x 186 m and und bot Platz für 50.000 Zuschauer. Die Zuschauerränge des Colosseum waren in Sektoren unterteilt. Wer in welchem Sektor des Colosseum den Veranstaltungen beiwohnen durft entschied der soziale Status.

Damit das Römische Volk beim Einlass zu den Spiele schnell in das Colosseum hinein und nach Spielende schnell wieder hinaus kommen konnte hatte das Colosseum 80 Eingänge. Vier Eingänge davon standen allein dem Kaiser und den Senatoren zur Verfügung, die restlichen 76 waren für das Volk bestimmt. Vom zweiten Arkadengang erhält man übrigens einen wunderbaren Blick auf das Forum Romanum, den Tempel von Venus und den Konstantinsbogen.

Ursprünglich war die sandbestreute Arena des Colosseums nicht bebaut, erst später wurden nachträglich unterirdische Gänge, Zellen für die Gladiatoren, Käfige für die Tiere und sogar Fahrstühle gebaut. Hier warteten die Gladiatoren und bereiteten sich die auf ihre Kämpfe und auf ihren nicht unwahrscheinlichen Tod vor. Nicht ohne Grund spricht man von blutigen Spielen und grausamen Tierhatzen. Erst im Jahr 313 wurden die ersten Spiele durch Kaiser Konstantin abgeschafft. Die Abschaffung zog sich bis ins 5. Jahrhundert. Durch die Christianisierung des Römischen Reichs wollten zudem immer weniger Menschen die Spiele sehen oder verließen gar Rom.

Arkadengang mit Museum

Man unterschied bei den 'blutigen Spielen' damals zwischen den Gladiatorenkämpfen (munera) und den Tierhatzen (venationes) die übrigens nicht verboten wurden. Am beliebtesten waren die Zweikämpfe zwischen exotischen Tierarten. Für die Tierhatzen wurden Löwen, Bären, Leoparden, Hyänen, Tiger, Nashörner, Elefanten und sogar Krokodile eingesetzt.

Ein weiteres 'Spiel' war die zur Mittagszeit angesetzte Hinrichtung der zum Tode Verurteilten. Hier wählte man zwischen 'vom wilden Tier zu Tode gebissen' werden (ad bestias) oder 'Tod durch Schwert' (ad gladium), also durch einen Gladiator. Alle Kämpfe endeten mit dem Tod. Wurde eine Gladiator lebensgefährlich verletzt, so wurde er von einem Charon (Fährmann in der römischen Mythologie) durch einen tötlichen Schlag auf den Schädel erlöst.

Aussenansicht des Colosseum in Rom

Durch Erdbeben und Kriege verfiel das Colosseum immer mehr und wurde für die Unterhaltung nicht mehr genutzt. Es wurde zeitweise als Steinbruch für die Bauvorhaben der Reichen verwendet und später als Unterkunft für die ärmeren Römern. Erst das letzte Erdbeben, im 14. Jahrhundert, beschädigte das Colosseum so schwer und versetzte es in den Zusatand, den wir heutzutage kennen.

Seit einigen Jahren dient das Colosseum auch als Mahnwache gegen die Todesstrafe. Es leuchtet 48 Stunden lang in bunten Farben wenn weltweit ein Land die Todesstrafe abgeschafft hat oder wenn ein Todeskandidat begnadigt wurde.

Heute befinden sich im Colosseum ein sehenswertes und informatives Museum sowie zwei Souvenirläden. Toiletten befinden sich im Erdgeschoss. Zu finden ist das Colosseum an der Piazza del Colosseo. Kaufen Sie sich ruhig ein Zwei-Tagesticket, dann haben Sie genügend Zeit das Forum Romanum, den Palatin und das Colosseum zu entdecken. Es lohnt sich.